Das Baby ist da! Und es hat Pfoten…

Wie ein Katzenbaby ein ganzes Leben auf den Kopf stellen konnte

Mein Freund war schon immer ein Katzentyp. Seitdem ich ihn kenne, hatte er immer einen der schnurrhaarbesetzen Vierfüßler. Meine Familie war eher auf der Hundeseite. Ich bin mit Hunden aufgewachsen, die verschiedensten Rassen, die verschiedensten Größen. Ich konnte mir daher nie so richtig vorstellen, einmal mit einer Katze unter einem Dach zu wohnen. Wie es der Zufall jedoch so will, ergab sich vor zwei Wochen genau das. Das Leben mit einer Katze ist komplett anders, als ich es mir je vorgestellt hatte. Es ist, als hätten wir ein kleines Kind, um dass wir uns rund um die Uhr kümmern müssen. Trotzdem liebe ich es und ich liebe sie, bzw. ihn (aber da sind wir uns ehrlich gesagt nicht so sicher)! Als wäre das nicht genug, habe ich das Gefühl, mein Freund und ich hätten einen neuen Punkt in unserer Beziehung erreicht aber lest doch selbst, wie es uns so ergangen ist!

Ein trauriger Abschied und eine nie vergessene Liebe

Leider ist vor einigen Monaten der geliebte Kater meines Freundes verstorben. Nicht nur für ihn war er etwas ganz Besonderes. Er war ein Freigänger und als mein Freund und ich uns kennenlernten, kam er anfangs nur sehr selten und war extrem zurückhaltend. Nach einiger Zeit gewöhnte er sich aber an mich und begann auch mir mehr Vertrauen entgegen zu bringen. Hätte mir vorher jemand gesagt, dass ich mein Herz an einen Kater verliere, hätte ich denjenigen für verrückt erklärt. Aber dieser eine war ganz anders.

Der wohl liebste Kater der Welt (auch wenn das jeder über das eigene Haustier sagt)

Danke für all die Kuscheleinheiten!

Der Kater meines Freundes zeigte mir jeden Tag aufs Neue, wie wundervoll Katzen sein können. Er hat mich nie gekratzt und nie gebissen, er war sehr geduldig mit mir und nahm mir jede Angst und alle Vorbehalte. Schon bald wartete er vor der Tür auf mich, wenn ich zur Arbeit musste und wachte an meiner Seite wenn ich krank war. Natürlich hatte ich bei ihm immer noch einen anderen Stellenwert als mein Freund, aber ich glaube ich war mindestens Platz 3 auf seiner Lieblingsmenschen-Liste. Vor ein paar Monaten erreichte uns dann die traurige Nachricht, dass er im Kampf mit einem Mader verletzt wurde. Wir vermissen ihn sehr und uns ist klar, dass es niemals einen Ersatz für ihn geben wird. Der einzige Trost ist, dass er uns so viel mit auf den Weg gegeben hat, dass wir bei dem Gedanken an ihn immer ein Lächeln auf den Lippen tragen werden.

Das Schicksal kommt in vielen Formen – manchmal auch mit Pfötchen

Uns war klar, dass es irgendwann wieder eine Katze geben soll. Dabei haben wir nie richtig darüber geredet, wann, wie oder wo. Irgendwann klingelte mein Handy und meine Mutter berichtete mir davon, dass eine Arbeitskollegin viele kleine Kitten bekommen hätte. Sie wohnt auf einem Bauernhof und zwei ihrer Katzen hätten grade geworfen. Aufgrund von Platz- und Geldmangel wollte sie die Kleinen schnellstmöglich „loswerden“ und hoffte auf ein liebevolles Zuhause für jede von ihnen. Nach langem Überlegen entschieden wir uns dafür, die Katzenbabys zu besuchen und zu schauen, was sich ergeben würde. Wir fuhren zu dem Bauernhof und verliebten uns sofort in die winzigen Vierbeiner.

Die Kleine, die keiner wollte

Die kleinen Kitten waren alle sehr schnell weg und fanden alle ein wunderbares neues Heim. Eine kleine Katze versteckte sich bei all unseren Besuchen ganz hinten im Korb. Sie kroch in jede Ecke und wollte möglichst nicht gesehen werden. Hinzu kam, dass sie tränende Augen hatte und etwas kränklich und abgeschlagen wirkte. Bei all den Leuten, die kamen und sich für eine der kleinen Katzen entschieden, blieb sie stets außenvor. Niemand wollte sie, also entschieden wir uns bewusst für das kleine, schüchterne Wesen.

Hoffen, Bangen, Zittern – das Katzenglück am seidenen Faden

An dem Tag, an dem wir unser kleines Kätzchen endlich abholen konnten, waren wir sehr aufgeregt. Voller Euphorie kamen wir am Bauernhof an und wurden freudig von der Arbeitskollegin meiner Mutter in Empfang genommen. Leider hatte sie keine guten Nachrichten für uns. Die kleine Katze war bis auf die Knochen abgemagert. Ihre Mutter wollte sie nicht mehr säugen und die anderen Kitten hatten ihr das Essen weggefuttert. Sie konnte sich nicht durchsetzen und hatte zusätzlich im kalten Schuber einen leichten Katzenschnupfen bekommen. Voller Sorge um das junge Glück nahmen wir sie mit zu uns nach Hause. Am Anfang schlief sie viel und wir machten uns gleich darauf mit ihr auf den Weg zum Tierarzt. Anhand seines Blickes konnte man bereits sagen, dass es nicht so gut um das kleine Ding stand. Sie bekam eine Immunspritze und eine Entwurmungskur und wir wurden beauftragt sie so gut es geht aufzupeppeln.

Mit viel Liebe und noch mehr Futter

Wieso ist es so schwer Katzen zu fotografieren?? Plötzlich sind sie immer ganz schnell und riechen die es förmlich, wenn man auf den Auslöser drücken will.

Gut zwei Wochen später ist die Kleine nicht mehr wieder zu erkennen. Sie hat ordentlich was auf die Rippen bekommen, schnurrt so laut wie ein Motorrad und rauft mit meinem Freund bis ihr die Augen zufallen. Ich kann mein Glück kaum in Wort fassen, zu sehen, wie es ihr mit jedem Tag besser geht und sie sich mehr und mehr Zuhause fühlt, ist unbeschreiblich schön. Meine (Katzen-)Mamagefühle treiben mir immer wieder die Tränen in die Augen, wenn mich die riesigen schwarzen Knopfaugen anblicken. Der Katzenschnupfen ist schon fast vergessen. Jeden Tag erklimmt sie neue Hürden (wie zum Beispiel das Sofa oder unsere lange Treppe!) und macht uns stolz wie Bolle. Die wohl größte Überraschung erlebten wir jedoch, als eine Freundin (die sich sehr gut mit Katzen auskennt) uns fragte, ob wir uns sicher seien, dass es sich tatsächlich um ein Kätzchen handelt. Nach intensivem Googlen und einigen prüfenden Blicken sind wir uns fast sicher, dass es sich doch um einen Kater handelt! Zur Sicherheit gehen wir diese Woche nochmal zum Tierarzt und klären ab, was wir uns da nun angelacht haben. Das Geschlecht ist uns im Grunde aber ganz egal. Hauptsache gesund, oder wie sagen junge Eltern nochmal …

Alles drunter und drüber – und wir LIEBEN es!

Die Kitty beweist mehr Kondition als wir beim Spielen! Da können wir wohl noch einiges lernen.

Dieses kleine Schnurrhaartier hat in kurzer Zeit unsere ganze Welt auf den Kopf gestellt. Ähnlich (wirklich nur ähnlich) stelle ich es mir vor, wenn man eines Tages kleine Menschenbabys bekommt. Jedenfalls habe ich das Gefühl, dass nicht nur ich lerne mehr Verantwortung für ein anderes Leben zu übernehmen, sondern auch, dass sich meine Beziehung verändert hat. Seitdem es bei meinem Freund und mir nicht mehr nur um uns beide geht, haben wir einander noch besser kennengelernt. Es ist schön zu sehen, wie er sich um ein anderes Wesen kümmert. Die Liebe und Zuneigung mit der er ihr (oder ihm) begegnet zeigt mir noch mehr, dass er der Richtige ist. Es macht mich unheimlich stolz wenn er mir sagt, dass er den Futternapf schon aufgefüllt oder das Katzenklo bereits sauber gemacht hat. Ich freue mich auf alles was noch kommt und bin überglücklich, dass wir von nun an zu dritt durchs Leben gehen.

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